Trotz aller Hektik – mein selbstgekochtes Mittagessen an Home-Office-Tagen habe ich mir bewahrt. Und das ist nicht schwer, wenn man den ganzen Vormittag schon an das Milchkalbskotelett, die ersten italienischen Sieglinde und Stopselgurken denkt, die in der Küche auf Verarbeitung warten:
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Surhaxerl-Eintopf
Merkt Ihr? Es ist momentan wenig Zeit … zum Rezepte blättern, zum Einkaufen, zum Kochen, zum Schreiben, zum Bloggen, zum Kommentieren. Mir fehlen einfach die momentan mit Arbeit gefüllten Wochenenden. Ich hoffe, Ihr haltet mir trotzdem weiterhin die Treue?! 🙂 Die Zeiten werden sich auch wieder ändern. Versprochen.
Hier nun ganz kurzfristig unser gestriges Abendessen: Das Surhaxerl beim Biometzger, das Rezept aus der Sendung “Kochkunst mit Vincent Klink” im Kopf, der Rest daheim. Schnell, fein, warm … dazu ein Glas Bier:
Eisbein-Eintopf
Rezept für 2 Personen- 1 Zwiebel
- 1 Lorbeerblatt
- 2 Gewürznelken
- 1 Eisbein (gepökelte – bei mir vordere – Schweinshaxe)
- 500 g Kartoffeln, fest kochend
- 1 Schalotte
- 1 Möhre (wg. Allergie bei mir ohne)
- 60 g Sellerie (wg. Allergie bei mir ohne)
- 60 g Lauch
- 1 EL Butter
- 3 Stiele glatte Petersilie
- 1/2 Bund Schnittlauch
- etwas Salz, Pfeffer, Muskat
Die Zwiebel schälen, mit einem Lorbeerblatt und Nelken spicken. Einen Topf mit Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen, das Eisbein und die gespickte Zwiebel zugeben und ca. 1 Stunde weich kochen.
Das weich gekochte Eisbein etwas auskühlen lassen, den Kochfond zur Seite stellen. Kartoffeln schälen, in 1 cm große Würfel schneiden.
Schalotte schälen und fein schneiden. Karotte und Sellerie schälen und in sehr feine Würfel (ca. 3 mm) schneiden. Lauch putzen und waschen und ebenfalls in feine Streifen schneiden.In einem Topf mit 1 EL Butter die Schalotte anschwitzen, Karotte und Sellerie zugeben und kurz anschwitzen, jedoch nicht bräunen. Vorbereitete Kartoffelwürfel ebenfalls zugeben und mit 500 ml Kochfond auffüllen. Die Gemüsewürfel ca. 15 Minuten köcheln. Dann Lauch zugeben und nochmals ca. 5 Minuten köcheln, bis alles Gemüse weich ist.
Das gekochte Eisbein vom Knochen lösen, alles Fett und auch die Haut sauber vom schieren Fleisch trennen. Das magere Fleisch mit der Hand behutsam in die einzelnen Muskelstränge teilen und in Würfel schneiden.
Petersilie und Schnittlauch abspülen, trocken schütteln und fein schneiden. Fleisch und Kräuter zum Gemüse geben und den Eintopf mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
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Rindsrouladen mit Roter Beete und Meerrettich
Bei Rindsrouladen bin ich schon sehr fest gefahren – Bauchspeck rein und Gürkchen und Senf. Fertig. So gehören sie, bei Kalbsrouladen/Involtini bin ich dann schon ein bißchen variantenreicher. Aber bei Rindsrouladen nicht, nein, nie.
Und dann markierte der Herr der Cucina beim Durchblättern des Kochbuchs “Der große Lafer” die Rote-Beete-Meerrettich-Rouladen. Und wie (fast) immer koche ich auch das, was er sich wünscht.
An der Zubereitung habe ich nichts im Vergleich zur traditionellen Variante geändert und mich nicht an das neue Rezept gehalten.
Aber die Mischung – mit Meerrettich, gekochter Rote Beete und Frühlingszwiebeln – schmeckt sehr fein.Ausprobieren!
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Lamm-Ossobuco
Vom Stadtmetzger gab es per Sonderschnitt Lammhaxen-Scheiben, die ich nach unserem altbewährten Ossobuco-Rezept zubereitet habe. Nur die Garzeit habe ich verändert und der Sauce Zucchini- und Auberginen-würfel zugegeben.
Sehr fein!Lamm-Ossobuco
4 Personen- 4 Lammhaxenscheiben
- 2 große rote Zwiebeln
- 3 Knoblauchzehen
- 500 g frische Tomaten oder stückige Dosentomaten von guter Qualität z.B. De Cecco
- 1 Zucchini (in 1 Würfel schneiden)
- 1 kleine Aubergine (in Würfel schneiden)
- 2 EL gehackte Petersilie
- 2 EL Butter
- 4 EL Olivenöl
- 250 ml Weißwein
- 250 ml Fleischbrühe
- Salz, Pfeffer, Mehl
- 1 Lorbeerblatt
- 4 Zweige Thymian
Gremolata
- 1 unbehandelte Zitrone
- 2 EL gehackte Petersilie
- 2 Knoblauchzehen
Olivenöl und Butter in einem Bräter erhitzen, Zwiebeln und die Knoblauchzehen klein schneiden und unter Rühren im Fett rundherum leicht anbräunen. Herausnehmen. Die Haxenscheiben in wenig Mehl wenden und im heißen Fett hellbraun anbraten, Zwiebeln und Knoblauch wieder dazugeben.
Mit Weißwein ablöschen, die Zucchini, Aubergine, Tomaten und die Petersilie dazugeben. Salzen, pfeffern, Thymian, Lorbeerblatt untermischen, kurz alles aufkochen. Dann bei geringer Hitze und geschlossenem Topf ca. 1,5 Stunden garen lassen. Zwischendurch umrühren und nach und nach die Fleischbrühe dazugeben.Für die Gremolata – die Würzmischung, die dem Gericht zum Schluß eine unvergleichliche Frische, Würze und einen tollen Duft verleiht – die Schale der Zitrone fein abraspeln, fein gehackte Knoblauchzehen und die Petersilie vermischen.
Das fertige Ossobuco mit der Gremolata bestreuen und servieren.
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Tatar
Es gibt Gerichte, die schmecken ausgezeichnet, man ißt sie traditionell in einem bestimmten Restaurant … aber irgendwie macht man sie nicht zuhause. Bei uns: Tatar. Schon mein Papa aß im Marklhof oft Tatar – der Herr der Cucina setzt diese Tradition fort.
Warum eigentlich nicht mal selber machen? Was man braucht? Nicht viel! Nur seinen Metzger des Vertrauens, der ein exzellentes Stück Fleisch aussucht und ggf. schon schneidet oder durch den Fleischwolf läßt. Dazu ein gutes Weißbrot – und alles ist gut, sehr gut.
Tatar
2 Portionen- 350 g Rindfleisch (Filet oder Oberschale), in sehr kleine Würfel geschnitten oder grob gehackt
- 2 Schalotten – fein gehackt
- 2 Cornichons – fein gehackt
- 1 EL Kapern – fein gehackt
- 2 Sardellenfilets – fein gehackt
- Schwarzer Pfeffer
- Salz
- 2 EL gehackte Petersilie
- 2 EL Ketchup
- 1 EL Senf
- 1 Eigelb (sehr frisch)
Fleisch mit allen Zutaten sehr gründlich mischen.
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Weiter geht’s … ganz untypisch für uns
Jaaaa…aaaaa – ich blogge ja wieder, keine Sorge und danke der Nachfrage.
Aber die Pause war nötig, der mentale Blogspeicher waren leer und die Zeiten für Kochen und Schreiben waren begrenzt. Mental bin ich jetzt wieder auf der Höhe :-). Aber wie sagte der Herr der Cucina so vernünftig, wie er halt ist, zu mir, als ich ihm “vorjammerte”, daß ich nicht weiß, wie und in welcher Frequenz es hier weitergehen soll: “Du hast im Moment ja auch andere Prios.” Wie recht er hat. 😉
Aber: Weiter gehts. Vielleicht nicht in der gewohnten, täglichen Schlagfrequenz, aber auf jeden Fall sehr regelmäßig.
Schluß mit dem Geschwafel!
Silvester zum Milleniums-Jahr 1999 auf 2000, als wir beide in IT-Unternehmen und Führungspositionen beschäftigt waren, war das erste Silvester, an dem wir zu zweit zuhause waren. Damals schon haben wir zusammen ein großes Menü gekocht und gegessen, sehr wenig Alkohol getrunken und waren damit jederzeit bereit, nach dem Prüfen der Systeme kurz nach dem Jahreswechsel von zuhause aus, in die Firmen zu fahren und auch die Mitarbeiter zusammenzutrommeln.
Aber wie fast überall gab es auch bei uns keine Probleme. Nur eine wirkliche Auswirkung gab es: Wir stellen fest, daß ein ruhiger Silvesterabend mit gutem Essen, (in den Jahren danach) Wein und Champagner auch seinen ganz besonderen Reiz hat.
Keine überfüllten Restaurants, schlechter Service, zu hohe Preise, schlechte oder “zu kleine” Buffets … alles schon erlebt.
Und so blieben wir die meisten Folgejahre zu zweit daheim. So auch dieses Jahr.Wir beendeten 2010 essenstechnisch aber eher untypisch für uns mit dem typischen Silvester-Essen: einem Fondue. Ein Fondue-Set besitzen wir schon mal nicht. (Sind wir eigentlich der einzige deutsche Haushalt, der keines hat?) Aber das war schnell ausgeliehen.
Die Wahl fiel auf ein Fondue chinoise – also mit einer kräftigen Fleischbrühe. (Dann stinkt auch die Wohnung hinterher nicht nach Fett sondern duftet nur ein wenig nach guter Brühe.)
Dafür wird das Fleisch in dünne Scheiben geschnitten – bei uns Kalbs- und Rinderfilet vom Stadtmetzger per Hand.
Dazu gab es kleine Silberzwiebelchen, kleine Cornichons sowie Zucchini-Würfel und kleine Champignons zum Mitgaren sowie gutes Weißbrot und drei verschiedene selbstgemachte Saucen: Preiselbeer-Meerrettich, Avocado und Pseudo-Remoulade. (Alle drei werden noch verbloggt – die waren nämlich so gut, daß ich die Rezepte für mich auf jeden Fall festhalten muß.)Uns hat es geschmeckt, sehr sogar. Auch zu zweit ist ein Fondue gemütlich, man quatscht, ißt, streitet sich um die Gabeln im Topf, ist aber doch schneller fertig, da man gleich drei davon gleichzeitig “in Arbeit” hat.
Zum Trinken gabs übrigens einen Cardellino Chardonnay von Elena Walch und zum Jahreswechsel und Anstoßen einen Bouvet Rosé Brut Cuveé von der Loire.Mit diesem Bericht über unseren Jahreswechsel wünschen wir Euch allen ein wunderbares 2011!!!
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Brokkoli-Quiche
Kalt? Wenig Zeit? Reste im Kühlschrank – Quiche, dieses Mal mit Blätterteig, Brokkoli und Bio-Putenschinken. Sonst gibts heute nichts zu sagen. Punkt.
Brokkoli-Quiche
Form mit 24 cm Durchmesser- 600 g kleine Brokkoli-Röschen
- 130 g Putenschinken
- 1 Rolle Blätterteig
- Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette, Muskat
- 2 Eier
- 2 EL Crème fraîche
- 150 ml Milch
- 1 Eigelb zum Bestreichen
Backofen auf 200°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Brokkoli-Röschen in Salzwasser 8 Minuten kochen. Abgießen, gut abtropfen lassen. Schinken klein schneiden. Blätterteig in eine Springform geben. Reste zur Verzierung auf die Seite stellen. Brokkoli mit Schinken mischen und auf den Teigboden verteilen.
Eier, Crème fraîche und Milch vermischen, kräftig würzen und über die Brokkoli-Schinken-Mischung gießen. Mit den restlichen Blätterteigstücken verzieren.
Für 40 Minuten in den Ofen schieben. -
Gänsebrust mit Honig-Kruste
Zu den gestrigen Buabaspitzle gab es eine am Knochen gebratene Gänsebrust und kleinen Rosenkohl. Die Gänsebrust habe ich – im Gegensatz zum letzten Rezept nicht mit einer Orangensaft-Honig-Mischung bepinselt, sondern nur Akazienhonig genommen und die Brust auf einem Zwiebel-Bacon-Bett gegart.
Sehr gut – unsere Martinigans. Na ja, unser Martini-Gans-Teil. 🙂
Gänsebrust mit Honig-Kruste
2 Portionen- 1 Gänsebrust mit Knochen (1,2 kg)
- 3 große, milde Zwiebeln
- 100 g Bacon/Frühstücksspeck
- 2 Zweige Thymian
- 8 EL Akazienhonig
- Salz, Pfeffer
Backofen auf Umluft 160°C vorheizen.
Zwiebeln grob zerkleinern und mit dem Bacon sowie dem Thymian in die Reine legen. Die Haut der Gänsebrust je nach Wunsch einschneiden, mit der Hautseite nach oben auf die Zwiebeln legen.
Mit Honig die Haut damit einpinseln. Salzen und pfeffern. In den Ofen schieben (ggf. mit Bratthermometer).Alle 15 Minuten neu einpinseln, solange bis die Brust gar ist (bei mir eine gute Stunde). Fett abgießen, Fleisch vom Knochen lösen und servieren.
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Kartoffel-Zucchini-Tomaten-Eintopf
Kürzlich gabs noch ein paar gut schmeckende Zucchini und Tomaten, da habe ich mich an Juttas Eintopf erinnert. Bei der Kälte draußen könnte ich jeden Tag gute Eintöpfe essen. Und der hier ist auch wieder wärmend, wohlschmeckend und schnell gemacht.
Ich habe die Zutaten minimal aus Allergiegründen variiert.
Kartoffel-Zucchini-Tomaten-Eintopf
- 400 g Zucchini
- 400 g Kartoffeln
- 1 Zwiebel
- 4 geschälte Tomaten ohne Kerne
- 100 g kleine Pasta
- Olivenöl
- Salz, Pfeffer
- Geriebener Parmesankäse
Die Zucchini waschen und in kleine Würfel schneiden, die Kartoffeln schälen und auch klein würfeln. Die Zwiebeln schälen und in feine Scheiben schneiden und in einem Suppentopf in Olivenöl braten. Die Tomaten kleinschneiden und hinzugeben. Nach 2 Minuten kommen die Kartoffeln und die Zucchini hinzu, salzen und mit lauwarmem Wasser knapp bedecken.
40 Minuten auf mittlerer Flamme bedeckt kochen lassen, nochmals abschmecken.
Nudeln hinzugeben. Wenn die Nudeln weich sind mit einem Schuss Olivenöl, einer Prise Pfeffer und ggf. geriebenen Parmesankäse servieren.
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Lammnuß auf Kartoffel-Zwiebel-Bett
Nachdem Claudi, eine treue Leserin meines Blogs, dieses Lamm-Rezept gestern per Mail nach einem Foto auf Twitter angefragt hat, ziehe ich es doch schnell mal nach vorne.
Inspiriert hat mich zu diesem Gericht Bollis Lammschulter. Aber statt einer ganzen Schulter gabs bei uns ein “Nüßchen”. D.h. die Backofenzeiten habe ich angepaßt. Und die Kartoffeln habe ich in einer kräftigen Fleischbrühe gegart, das gab dem ganzen einen kräftigeren Touch, der mir für die Herbst- und Wintermonate sehr gut gefällt.
Einfach, fast keine Arbeit, schmeckt.
Lammnuß auf Kartoffel-Zwiebel-Bett
2 Portionen- 1 Lammnuß
- 600 g festkochende Kartoffeln (Grenaille)
- 2 große, milde Zwiebeln
- 2 Knoblauchzehen
- Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette
- 3 Zweige Thymian
- Fleischbrühe
Backofen auf 175°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Fleischbrühe erhitzen.
Kartoffeln und Knoblauch in Scheiben schneiden, Zwiebeln in Spalten, mischen und in eine Auflaufform geben. Gut würzen. Ebenfalls die Lammnuß ringsrum würzen und auf das Bett legen. Fleischbrühe angießen, bis die Kartoffeln fast bedeckt sind. Thymian mit in die Auflaufform legen.Die Nuß mit einem Bratenthermometer versehen und die Form in den Ofen schieben. Ca. 45 Minuten garen.



















