• Was ganz was anderes

    #WMDEDGT – Ausgabe November

    #WMDEDGT – WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag war gestern wieder an der Reihe, besonders aufregend war es nicht:

    Wach um 2:20 Uhr und um 7:20 Uhr. Der Herr der Cucina springt wie immer als erster aus dem Bett und macht das Frühstück, während ich kurz die Nachttimeline von Twitter und Instagram lese. Dann geselle auch ich mich in der Küche dazu, schneide Brot und koche mir ausnahmsweise mal ein Frühstücksei.

    Nach dem Frühstück wandern wir beide ins Wohnzimmer, der Herr der Cucina schaut bei Gran Turismo Sport nach, wann Rennen sind und fragt, ob das zu unserem Sonntag paßt. 🙂 Wir entschließen uns, gleich an die frische Luft zu gehen, ab mittag ist Dauerregen angesagt. Um 9 Uhr laufen wir los Richtung Wahllokal. Seit 20 Jahren ist unser Wahllokal 200 m entfernt. Für die heutige Abstimmung bzgl. Abschaltung Steinkohle-Kraftwerk ja/nein müssen wir knapp 3 km Fußweg auf uns nehmen. Wir hoffen, das tut der Beteiligung keinen Abbruch. Also los. Nach gut einer Stunde und jeweils einem Kreuzchen bei JA (hört Ihr das da oben im Norden bei den Sondierungsgesprächen?!) später sind wir wieder daheim. Ich räume die Küche auf, bereite das Mittagessen vor und schneide zwischendurch dem Mann die Haare.

    Zum Mittagessen gibt es Hirschfilet mit Kartoffelbrei und Rosenkohl, parallel den Presseclub auf ARD. Mittagsschlaf und Aufräumen der Küche schließen sich an. Dann geht es ab an den Schreibtisch. Buchhaltung der vergangenen Woche, Vorbereitung des morgigen Arbeitstags, einige Kundenwünsche (man kann es auch einfach arbeiten nennen) erfüllen.

    Unterbrochen wird das ganze von Cappuccino (der Milchaufschäumer von Philips ist sensationell und bei mir seit zwei Wochen täglich im Einsatz) und Cantuccinis. Draußen ist inzwischen gräusliges Herbstwetter. Wir schauen drinnen den Läufern beim New York Marathon zu.Wieder am Schreibtisch habe ich inzwischen richtig Schwung und bringe einiges vom Tisch. Ich packe mein Rollwägele mit Notebook, Akten und Ladegeräten für den morgigen Arbeitstag und bereit ein paar belegte Brote für das Abendessen vor. Der Herr der Cucina fährt Gran Turismo, ich telefoniere mit meinen Eltern, schreibe meine täglichen Karten an Mesale Tolu und Deniz Yücel ins türkische Gefängnis. Danach Fernsehen mit Blacklist und Bett mit Dorothy Sayers und Lord Peter. 🙂

  • Brot

    Häusemer Bauerekrume

    Schon zweimal gebacken, schon zweimal ganz begeistert – die Häusemer Bauerekrume. Was für ein Name. Wir haben es Bauernkrume getauft. Das geht uns besser von den Lippen.

    Gefunden habe ich das Brot bei der Kaltmamsell, die hat es von Chili und Ciabatta und die wiederum vom Trollenland. Die Mengen sind für unseren Haushalt einfach zu viel, wir haben die Zutaten halbiert.

    Ein sehr gutes, mitteldunkles Brot, das sich gut hält. Es ist schnell und ohne große Umstände gemacht – auch für Sauerteig-Anfänger bestens geeignet.

    Bauerekrume

    Bauernkrume

    Vorteig

    • 100 g Weizenmehl 1050
    • 100 g Wasser
    • 1 gr Frischhefe

    Roggensauerteig

    • 90 g Roggenmehl 1370 (bei mir 1150)
    • 90 g Wasser
    • 8 g Anstellgut Roggen

    Weizensauerteig

    • 90 g Weizenmehl 1050
    • 90 g Wasser
    • 8 g Anstellgut Weizen

    Teig

    • 285 g Roggenmehl 1370 (bei mir 1150)
    • 160 g Weizenmehl 1050
    • 150 g Weizenmehl 550
    • 19 g Salz
    • 320 g Wasser

    sowie Reismehl zum Bemehlen des Gärkorbs

    Am Vorabend den Vorteig verrühren, 2 Stunden bei Raumtemperatur anspringen lassen, dann in den Kühlschrank stellen.

    Die Zutaten für den Roggensauerteig verrühren, in einer weiteren Schüssel die Zutaten für den Weizensauerteig. Beides abdecken und ca. 16 Stunden gehen lassen. Bei mir stehen die Schüsseln einfach in der Küche. (In den Rezepten der ursprünglichen Blogs wird hier noch mehr mit den Temperaturen gespielt – das gebe ich mir.)

    Am Backtag Vorteig, Roggensauerteig, Weizensauerteig in die Knetschüssel geben, mit den restlichen Zutaten bei niedrigster Stufe kneten, bis alles vermengt ist, dann nochmal 10 Minuten auf Stufe 2 (Kitchen Aid).
    Abdecken und 60 Minuten gehen lassen, dabei nach 30 Minuten falten.

    Einen Gärkorb bemehlen. Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und alle Seiten nach innen falten. Mit der Naht nach unten in den Gärkorb geben und abgedeckt ca. 60 Minuten gehen lassen.

    Rechtzeitig den Backofen mit Backstein auf 250 Grad (Ober/Unterhitze) heizen. Brot auf einen mit Backpapier belegten Schieber stürzen und mit Dampf in den Ofen einschießen.
    Nach 25 Minuten Temperatur auf 190 Grad senken und den Dampf durch Öffnen der Ofentür ablassen.
    Nochmal 25 Minuten fertig backen.

    Bauerekrume Anschnitt

  • Was ganz was anderes

    #WMDEDGT – Ausgabe Oktober

    Ich denke, so kurz vor 8 Uhr am Morgen, als ich mit dem Schreiben dieses Posts beginne, daß dies ein ganz langweiliger #WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag-Eintrag wird, Homeoffice-Tag eben. Mal sehen.

    (Hier gehts lang, zur Erklärung.)

    6.05 Uhr klingelt mein Wecker, wie immer, 6.15 Uhr der Wecker des Herrn der Cucina, wie immer. Wir quatschen über den gestrigen Tag, da wir gestern abend beide spät heim kamen und dazu keine Gelegenheit mehr hatten. Außerdem die heutige Tagesplanung, dann um 6.30 Uhr aufstehen. Der Herr der Cucina verschwindet im Bad, ich mache Frühstück, da ich heute vormittag keine Termine habe. Währenddessen läuft Deutschlandfunk über das iPad. Milchkaffee, aufgebackene Semmeln, Butter, Honig, Marmelade, frisch gepresster Orangensaft (na gut, gestern frisch gepresst), für den Mann noch Joghurt mit frischen Him- und Heidelbeeren. Frühstück, während wir beide in unsere Wischphones starren.

    Die gestern aufgefrischten Sauerteige sowie der Sauerteigansatz für ein Brot wandern nochmal unter die Backofenlampe, sie blubbern noch nicht genug.

    Während der Mann sich verabschiedet, gehe ich noch im Schlafanzug an den Schreibtisch. Post von gestern öffnen, Belege von gestern scannen, bearbeiten, im Buchhaltungsordner abheften. Nebenbei läuft die Serenade op.41 für Flöte und Klavier von Ludwig van Beethoven. Die Karten für Deniz Yücel und Mesale Tolu wandern auf den Poststapel – inzwischen Karten 95 und 89. Ein Irrsinn, alles. Ich schreibe den ersten Teil dieses Blogeintrags, dann Bad und danach arbeiten …

    In der Mittagspause mache ich mir ein Rührei und Toast, stelle einen Kartoffeleintopf mit Spitzkohl und Speck auf den Herd und stelle einen Brotteig her. Außerdem telefoniere ich mich der Kfz-Versicherung. Mein neues Auto hat einen immensen Hagelschaden und wird bald fünf Tage lang ausgebeult. Da der Hagelschaden in Italien geschah, habe ich kein Recht auf einen Mietwagen während dieser Zeit. Wäre der Hagelschaden in Deutschland entstanden, hätte ich dieses Recht. Verträge. Du mußt es nicht verstehen.

    Zurück am Schreibtisch habe ich Probleme, wieder loszulegen, und rufe deshalb erst einmal das Patenmädel an, das heute ihren 25(!). Geburtstag feiert.

    Dann geht es aber weiter mit der Arbeit. Zwischendurch knete ich den Brotteig. Ich nehme Paketpost für die Nachbarn und mich entgegen. Arbeiten, d.h. telefonieren, Mails schreiben, Tabellen befüllen, Ablage. Brot in den Backofen schieben und rausholen. Außerdem arbeiten, d.h. wieder telefonieren, Mails schreiben, Tabellen befüllen, Ablage.

    Der Herr der Cucina kommt nach Hause. Wir wärmen den Eintopf, den ich heute mittag gekocht habe, auf und schneiden das frische Brot an. Nebenher laufen die Nachrichten. Er räumt die Spülmaschine aus, ich wieder ein, während er schon den Frühstückstisch deckt.

    Ich arbeite noch etwas, dann starten wir mit der 3. Staffel von Bosch und werden wohl gegen 22 Uhr ins Bett verschwinden … denn der Wecker klingelt wieder um 6.05 Uhr … siehe oben …

  • Restaurants,  Südtirol,  Unterwegs in Italien

    I – Colfosco – Ütia Col Pradat

    Die Ütia Col Pradat auf 2.038 m Höhe ist ein schönes Ziel von Colfosco aus. Es gibt verschiedene Arten zu ihr zu gelangen.

    2017 Col Pradat 14
    2017 Col Pradat 15

    Ihr startet an der Kirche von Colfosco und geht immer ein kleines Stück bergauf bis zur Talstation der Col Pradat Kabinenbahn. Dort habt Ihr die Möglichkeit direkt abzukürzen (oder auch gleich hier zu parken). Ansonsten geht es durch das Tal in gut 1 1/2 Stunden in einem weiten Bogen am Fuße des Sassonghers entlang auf einem Schotterweg gut 300 Höhenmeter hinauf zur Hütte.

    2017 Col Pradat 03
    Talstation der Col Pradat Bahn
    2017 Col Pradat 04
    2017 Col Pradat 05
    Blick von der Bergstation Richtung Sella-Gruppe
    2017 Col Pradat 06
    Blick zurück auf den Weg zur Hütte
    2017 Col Pradat 07
    Sassongher
    2017 Col Pradat 01

    Fanes und Piz La Ila

    Die Hütte liegt direkt an der Bergstation der Seilbahn und empfing uns mit grandiosem Rundblick. Der Aufenthalt bei unserem Traumwetter auf der Terrasse war wunderbar.

    2017 Col Pradat 08
    Ütia Pradat
    2017 Col Pradat 09

    Sella-Terrassenblick

    Dazu kamen ein aufmerksamer, unaufdringlicher Service und ein sehr gutes Essen.

    2017 Col Pradat 10

    Speck-, Käse- und Spinatknödel
    2017 Col Pradat 11
    2017 Col Pradat 12
    2017 Col Pradat 13

    Wir bezahlten für zwei Cappucino, Wasser, zwei kleine Bier, einen Speck- und einen Knödelteller sowie zwei Espresso 45 € im August 2017.

    2017 Col Pradat 02
    Mit der Bahn zurück ins Tal.
    Blick auf die Hütte und Corvara.

    Ütia Col Pradat

    Pradatweg / Edelweißtal
    I-39030 Kolfuschg / Colfosco
    Alta Badia Dolomiten
    Telefon 0039 0471 830140
    info@colpradat.com

    Col Pradat
    8-er Kabinenbahn
    Sommerbetrieb 2017:  17.06.-24.09.2017, von 8:30 – 17:30 Uhr
    Bergfahrt 6,50 €, Talfahrt 7,50 €, Berg+Talfahrt 9,90 €

  • Restaurants,  Unterwegs in Italien

    I – Armentarola – Wanderung zur Malga Valparola

    Eine einfache aber trotzdem sehr abwechslungsreiche Wanderung geht zur Valparola Alm. Wir starteten in Armentarola vom Parkplatz gegenüber des Hotels Ciasa Salares. Wer die Strecke ein bißchen ausdehnen möchte, kann auch schon am Parkplatz der Seilbahn Piz Sorega in San Cassiano beginnen.

    2017 Valparola 01

    Der frühmorgens noch sehr leere Parkplatz ggü. dem Hotel Ciasa Salares.

    2017 Valparola 02

    Etwas in westlicher Richtung ist dann der Einstieg in den Wanderweg Nr. 18 entlang des Gaderbaches. Es geht in südöstlicher Richtung am Anfang auf einem Schotterweg, dann vorbei an einem Restaurant und einem Hotel auf einer schmalen Asphaltstraße sehr leicht aufwärts.

    2017 Valparola 04

    Mitten durch Wiesen, auf denen Ende August die Herbstzeitlosen üppig blühten.

    2017 Valparola 03

    2017 Valparola 06

    Wer hier wohl die Blumen gießt?

    Am Waldrand beginnt wieder ein Schotterweg, der entlang des Ferriera-Baches stetig bergauf verläuft und schließlich nach 1 Stunde an der Valparola Alm endet.

    2017 Valparola 05

    Ferriera-Bach

    Hier wurde vom 14. bis 16. Jahrhundert das in Colle Santa Lucia gewonnene Eisenerz geschmolzen und zu Roheisen verarbeitet.

    Schmelzöfen sind keine mehr zu sehen. Nur noch der Name Valparola Malga – auf Deutsch Eisenöfen-Alm – erinnert an die Bedeutung dieses schönen Ortes, der mitten im Wald umgeben von Bergen auf einer Lichtung liegt.

    2017 Valparola 07

    Der Wald gibt die Valparola Alm frei.

    2017 Valparola 08

     

    2017 Valparola 09

    Auf der Alm gibt es Kühe, Pferde, Ziegen, Hühner und eine Katze. Die Alm ist einfach, auch die Speisekarte gibt dies wieder: Brot, Käse, Speck, Topfen, Jogurt, Polenta – vieles entsteht in Eigenproduktion.

    2017 Valparola 10
    Hunde, nehmt Euch vor der Katze in Acht!
    2017 Valparola 18
    Vor mir? Ich, die ich schiele? Ich mach’ gar nichts.
    2017 Valparola 12

     

    2017 Valparola 13

    Nach einer kurzen Rast spazieren wir wieder auf dem Weg zurück.

    2017 Valparola 14

     

    2017 Valparola 16

     

    2017 Valparola 17

     

    2017 Valparola 15

    Fanes-Gruppe

     

    Ca. 1 Stunde benötigt man für den einfachen Weg und überwindet dabei ca. 150 Höhenmeter.

    Malga Valparola Valparola-Alm
    Pralongiá – Valparola
    39036 San Cassiano
    Telefon: +39 333 9105378

  • Südtirol,  Unterwegs in Italien

    I – Corvara – Wanderung zu den Tru dles Cascades

    Ein bewölkter Himmel, eine Wettervorhersage mit Regen ab Mittag – wir blieben im Tal und suchten uns eine Wanderung mit einigen Abkürzungsmöglichkeiten heraus. Mit dem Auto ging es nach Corvara. Wir parkten an der Talstation der Piz Boé Kabinenbahn. Für 5 Euro kann man hier einen ganzen Tag sein Auto stehen lassen.

    2017 11 Dolomiten Wasserfall
    Start an der Kabinenbahn zum Piz Boé
    2017 02 Dolomiten Wasserfall

    Los geht’s.

    Gut 100 m gingen wir Richtung Norden, um dann in einen Forstweg nach links einzubiegen. 1 1/2 Stunden sollten wir theoretisch von hier bis zu den Pisciadú-Wasserfällen benötigen. Um es vorweg zu nehmen: Das ist in dieser Zeit und gemütlichen Tempo zu schaffen.

    Am Anfang des Weges machten wir einige Höhenmeter, danach schlängelt sich der Weg leicht ansteigend im Tal empor. Vorbei an einem Campingplatz, einem kleinem Biotopsee, geht es über Lichtungen, Waldstücke immer weiter Richtung Grödner Joch. Wir wanderten über Lichtungen, durch Lärchenwälder, an Brunnen, Bänken und Unterstandshütten vorbei, dabei immer am Fuß der Sella mit ihren hochaufragenden Felswänden. Rechts von uns floß der Pisciadú-Bach.

    2017 05 Dolomiten Wasserfall

    Pisciadú-Bach

     

    2017 03 Dolomiten Wasserfall

    Biotop-See

    2017 04 Dolomiten Wasserfall

    Erfrischung

     

    2017 06 Dolomiten Wasserfall

    Zwischenstand

    Am Anfang der Wanderung hörte man noch sehr viel Lärm des Auto- und vorallem Motorradverkehrs, den es von der Straße zwischen Grödner Joch und Kolfuschg herüberträgt. Aber nach kurzer Zeit hatten wir genügend Abstand und genossen die Ruhe.

    2017 09 Dolomiten Wasserfall

    Nach gut zwei Dritteln der Strecke zweigt links der Weg nach oben ins Sella-Massiv ab. Wir “widerstanden” und wanderten weiter. Nicht ohne mit dem Fernglas die Lage der Rifugio F. Cavazza al Pisciadú zu bestaunen – am Felshang auf gut 2500 m.

    2017 08 Dolomiten Wasserfall

    Abzweigung in die Höhe

    2017 07 Dolomiten Wasserfall

    In der Mitte ist der Wasserfall-Kamin zu erahnen – da wollten wir hin.

    2017 01 Dolomiten Wasserfall

    Und da sind wir … an den unteren Ausläufern.

    Gut 1 1/2 Stunden nach dem Start erreichten wir den Pisciadú Wasserfall. Eine große Wiese, Bänke und Tische laden zum Verweilen ein. Viele Wanderer nehmen von Kolfuschg aus den Spazierweg in einer knappen halben Stunde hierher.

    2017 10 Dolomiten Wasserfall

    Auf dem Weg nach Colfosco der Blick zurück zum Wasserfall

    Wir wanderten über Kolfuschg zurück nach Corvara. Wer möchte, kann auch den Bus nehmen. Tickets sind im Bus erhältlich und kosten 1,50 € pro Person.

    2017 12 Dolomiten Wasserfall

    Zurück am Auto

    Keine Einkehrmöglichkeit unterwegs, aber Brunnen am Wegesrand.

    Ca. 200 Höhenmeter hinauf von Corvara zum Wasserfall. Und natürlich auch wieder 200 Höhenmeter hinunter auf dem Weg zurück.

  • Restaurants,  Südtirol,  Unterwegs in Italien

    I – San Cassiano – Wanderung Piz Sorega zur Ütia de Bioch

    Zur Akklimatisierung wollten wir am ersten Tag nur mal auf den Berg und die Aussicht genießen. Mit dem Auto gings nach St. Kassian und auf den Parkplatz der Piz Sorega Bahn. (Kosten 4 € für den ganzen Tag)

    2017 05 Piz Sorega

    Blick von der Talstation zur Fanes-Gruppe

    Wir nahmen die 8-er Kabinenbahn zum Piz Sorega. Die Bahn ist auch gut für Menschen zu benutzen, die nicht so gerne Bergbahnen fahren: sehr ruhig, nicht “rumpelnd”, nicht besonders hoch über dem Boden und nicht durchhängend.

    2017 04 Piz Sorega

    Kabinenbahn Piz Sorega

    Schon bei der Bergfahrt hatten wir eine wunderbare Sicht auf die Fanes-Gruppe, den Kreuzkofel und den Lagazuoi. Nach wenigen Minuten erreichten wir aber schon die Bergstation.

    Hier gibt es einen großen Spielbereich mit Wasser, Sand, Minigolfbahnen, Klettergerüsten uvm. für Kinder. Neben der Berghütte ist viel los. Aber schon gleich dahinter wird es ruhig und vor einem liegt die baumfreie Hochebene auf 2000 m.

    2017 07 Piz Sorega

    Kreuzkofel (links) und Fanes-Gruppe (rechts)

    Wir liefen dann doch los – auf einem schönen, breiten und fast baumfreien Kammweg. In der Ferne sahen wir verschiedene Hütten liegen: Las Vegas, Bioch, Pralongiá, uvm. Wir entschieden uns für den Weg zur Ütia de Bioch.

    2017 02 Piz Sorega

    Unzählige Hütten auf der Hochebene

    Die angegebenen 30 Minuten Wegzeit auf dem Weg 21A verlängerten wir mit einigen Fotostops auf 45 Minuten. Bei der Hütte angekommen hat man einen Rundumblick auf Sella, Puez, Kreuzkofel, Lagazuoi, Fanes, das Grödner Joch und die schneebedeckte Marmolata. Wir sahen bei grandiosem Wetter bis in die Tiroler Alpen.

    2017 01 Piz Sorega

    Ütia de Bioch

    2017 03 Piz Sorega

    Blick zur Marmolata

    2017 10 Piz Sorega

    Ruhe vor dem Sturm

    Auf der großen Sonnenterrasse der Hütte genossen wir die Aussicht auf den Sella-Stock, tranken alkoholfreies Weißbier und ließen uns dann auch die Speisekarte bringen. Ladinische und Südtiroler Küche bestimmen die Gerichte – Gerstensuppe, Knödel, Schlutzkrapfen, Polenta, Gulasch. Aber auch frische Steinpilze, Pfifferlinge und Gerichte mit Nüssen waren zu finden. Wir entschieden uns für die Klassiker: CIAJÓ DA CHILÓ (Dreierlei Bergkäse) und TOCH DE CIOCE DE SÜDTIROL (Südtiroler Speck am Brett). Während wir auf das Essen warteten, studierte ich die eindrucksvolle Wein- und Digestivkarte. Wandern und Alkohol plus Sonne verträgt sich für mich einfach nicht, aber wer sich diese Beschränkung nicht auferlegt – hier bleiben keine Wünsche offen.

    2017 08 Piz Sorega

    Speckbrettl

    2017 09 Piz Sorega

    Bergkäse

    Nach gut ein 1 1/2 Stunden Aufenthalt auf der Terrasse ging es wieder zurück Richtung Bergstation der Piz Sorega Bahn und mit ihr zurück ins Tal.

    2017 06 Piz Sorega

    Blick zum Lagazuoi (rechts im Bild)

    2017 13 Piz Sorega

    Die ersten Herbstzeitlosen

     

    Ütia de Bioch
    2079 m – Dolomiten
    loc. Bioch
    I-39030 La Villa / Südtirol
    Tel. +39 338 4833994
    Mob. +39 329 5914008
    info@bioch.it

    Piz Sorega
    8-er Kabinenbahn
    Sommerbetrieb 2017: 17.06. – 24.09.2017, von 08:30 – 17:30
    Bergfahrt 7,90 €, Talfahrt 7,10 €, Berg+Talfahrt 12 €

  • Südtirol,  Unterwegs in Italien

    I – Urlaub in Alta Badia

    Diesen Herbst landeten wir nicht am Meer oder weit weg auf anderen Kontinenten – wir reisten nur gut vier Stunden mitten hinein in die Dolomiten. Schon im Frühjahr buchten wir eine Ferienwohnung in Sankt Kassian (dazu in einem Extra-Post mehr).

    2017 05 Piz Sorega

    Häuser in San Cassiano/Sankt Kassian

    Während der Herr der Cucina noch nie in dieser Gegend war, urlaubte ich schon in den 70ern als Kind mit meinen Eltern mehrfach in Alta Badia. Meine Erinnerungen sind ein wenig getrübt – einerseits waren es wunderbare Sommerurlaube mit Blumen, Tieren und Wanderungen. Andererseits fiel ich dort auch vom Pferd, hatte einen komplizierten Oberarmbruch, verbrachte einige Tage im Krankenhaus Brixen (an den OP-Saal mit Blick auf die Brennerautobahn erinnere ich mich heute noch) und hatte monatelang danach mit den Auswirkungen zu kämpfen.

    2017 Col Pradat 01

    Blick vom Col Pradat zum Piz La Ila und Fanes-Gruppe

    Da paßt doch ein Urlaub in den Dolomiten in das Jahr 2017 mit einem weiteren komplizierten Bruch, oder? Das hatte zufolge, daß die Touren/Wanderungen sehr gemächlich und im Schwierigkeitsgrad eher einfach ausfielen, was aber der Urlaubsfreude keinen Abbruch tat.

    2017 Valparola 17

    Wanderung durch die Wiesn-Landschaft von Armentarola

    Wir verlebten wunderbare zwei Wochen, meist mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad Anfang September. Ein Wintereinbruch am mittleren Wochenende mit Schnee bis auf 1500 m ließ sich da leicht verkraften.

    2017 Jimmi Huette 04

    Grödner-Joch und Sella-Gruppe

    Ein paar Wanderbericht werden folgen. Ich hoffe, Ihr habt Spaß daran und an den Bildern dieser grandiosen Landschaft.

    2017 06 Dolomiten Wasserfall

  • Was ganz was anderes

    #WMDEDGT – Ausgabe August

    Frau Brüllen möchte am 5. eines jeden Monats wissen: „Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag?“, kurz gesagt: #WMDEDGT

    Es ist schwül und drückend, ich wache um 5 auf und lese das Internet bis 6 leer, bevor ich noch eine Stunde schlafe. Um 7 aber schnell raus aus dem Bett, der Herr der Cucina macht Frühstück, während ich gleich ins Bad gehe. Milchkaffee, Weißbrot mit Orangenblütenhonig und Erdbeer-Marmelade. Minimal Schminke ins Gesicht, rein ins Polokleidchen, um 8.30 Uhr habe ich ein kurzen geschäftlichen Termin. Auf dem Weg dorthin bringe ich Karten an Mesale Tolu und Deniz Yücel zum Briefkasten. Ein bißchen hoffnungslos – ich werde wohl ewig schreiben müssen.

    Auf dem Heimweg will ich beim Metzger Fleisch für das Abendessen und vor allem warmen Leberkäs für die vormittägliche Brotzeit mitnehmen. Ich scheitere. Der Metzger hat Samstags im August nicht auf.

    Zurück daheim hole ich ein kleines Lammkarree aus dem Gefrierschrank. Während der Mann Gemüse einkaufen geht, wasche ich Handtücher, hänge sie auf, backe einen Kuchen (den ersten seit dem Armbruch), ent- und belade ich die Spülmaschine, entspitzle Bohnen, koche.

    Zum Mittagessen gibt es einen gemischten Salat, grüne Bohnen und das Lamm.

    Wir reden über Taupunkte und die feuchte Luft … und messen uns Temperatur auf den Armen und Beinen: 33 Grad. Ich hätte gedacht, das wäre weniger.

    Kurzer Mittagsschlaf bzw. Mittagslektüre. Kaffee, Kuchen, danach kurz unterwegs, um Wanderhosen für den Herr der Cucina zu kaufen. Theoretisch. Praktisch finden wir nichts.

    Zurück daheim ziehe ich mich gute drei Stunden an den Schreibtisch zurück. Danach kleine Brotzeit mit Brot und gekochtem Schinken. Mit Orangensaft-Schorle und iPad ziehe ich mich auf die Couch zurück. Stricken werde ich noch lange Zeit nicht dürfen. 🙁 Nebenher läuft abwechselnd Supercup und Leichtathletik-WM im Fernsehen. Nach dem 100m Endlauf … ab ins Bett.

  • Was ganz was anderes

    Lese-Wochen, keine Koch-Wochen

    Ich habe viel gelesen in den letzten Wochen. So viel, wie wahrscheinlich durchschnittlich nur während meiner studentischen Pendlerzeit. Wenn man wie ich nächtelang wach liegt, das Aufstehen schwer fällt, dann ist man – vor allem einarmig – für die Erfindung des Kindle sehr dankbar. Ich kam wieder rein ins lesen, ich verschlang Buch um Buch; nicht die großen Meisterwerke, dazu war das Hirn nicht aufnahmebereit, aber vieles, was man weitläufig unter “Urlaubs- und Strandlektüre” einordnen würde.

    Das mit dem Kochen stand in der Zeit hintenan, also gibt es statt Rezepten einen kurzen Überblick über die gelesenen Bücher:

    Ich hatte tatsächlich noch nie etwas über Commissario Montalbano gelesen – sein erster Fall war ok, ich weiß aber nicht, ob ich mit der Reihe weitermache:

    Die Form des Wassers: Commissario Montalbano löst seinen ersten Fall von Andrea Camilleri

    Was ich sehr gern las und sicher noch weiterlesen werde – die Miss Daisy-Reihe. Klassische, englisches Whosdunit-Krimis, leicht, nett im besten Sinne. Genau richtig fürs Krankenbett und am heißen Strand:

    Miss Daisy und der Tote auf dem Eis von Carola Dunn

    Miss Daisy und der Tod im Wintergarten

    Miss Daisy und die tote Sopranistin

    Miss Daisy und der Mord im Flying Scotsman

    Miss Daisy und die Entführung der Millionärin

    Sehr gern, obwohl brutal las ich Erbarmen – Band 1 der Carl Mørck Reihe von Jussi Adler-Olsen. Gleich danach fing ich mit Band 2 Schändung an. Diesen brach ich in der Mitte ab. Er war mir zu sadistisch. Vielleicht werde ich im gesunden Zustand versuchen, ihn zu Ende zu lesen.

    Gerade rechtzeitig kam Stille Wasser: Commissario Brunettis sechsundzwanzigster Fall von Donna Leon heraus. Ich liebe diese Reihe … und Fall 26 reiht sich ein, unaufgeregt, unblutig, aber trotzdem spannend.

    Von vielen Kochbloggern geliebt die kulinarischen Krimis von Tom Hillenbrand. Ich las Teufelsfrucht: Ein kulinarischer Krimi. Xavier Kieffers erster Fall. War nett, aber nicht so überzeugend, daß ich gleich mit Fall 2 weitermachte. Vielleicht irgendwann.

    Auch noch etwas für den Strand ist die Benni-Harper-Serie: Der Museumsmörder Band 1 von Earlene Fowler las ich gern. Band 2 ist schon auf den Kindle geladen. Danke für den Tip, Excellensa.

    Die Tegernseer Seilschaften: Ein Fall für Anne Loop (Band 1) von Jörg Steinleitner war mir dann selbst fürs Krankenbett zu seicht, genauso wie Die Kalte Sofie Ein München-Krimi von Felicitas Grunber.

    Band 1 – 3 hatte ich schon in den vergangenen Jahren gelesen, Band 4 kam im März heraus und sollte eigentlich als Urlaubslektüre dienen. Ich las ihn dann doch früher und war wieder sehr gut unterhalten: Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild: Ein Provence-Krimi (Ein Fall für Isabelle Bonnet) von Pierre Martin.

    Und schließlich – als ich wieder beide Arme benutzen und eine gebundene Ausgabe halten konnte – vergrub ich mich in SPQR: Die tausendjährige Geschichte Roms von Mary Beard. Als alte Lateinerin (9 Jahre plus schriftliches Abitur) las ich es sehr gern. Aber ich konnte nur viele Rezensionen nicht nachvollziehen. “Bahnbrechend” oder “revolutionär” fand ich es nicht – es war spannend und gut erzählt. Allerdings auch mit einigen Wiederholungen. Trotzdem: Empfehlung.